Neun Ursachen für Deckenrisse und Maßnahmen zu ihrer Vorbeugung
WeChat-Sync · Xiaowei · 2023-12-27
Der folgende Artikel stammt aus der Allianz für Fertigteilgebäude.
In jüngster Zeit sorgte ein kurz vor der Übergabe stehendes Wohnprojekt in Chongqing für Unruhe: Es liegt nahe einer U-Bahn-Station und einem Einkaufszentrum und zählt zu den in den vergangenen zwei Jahren im Kerngebiet der Chongqinger Innenstadt entstandenen „Internet-berühmten“ Wohnanlagen. Beim Kauf musste man sich damals „um eine Wohnung regelrecht reißen“; beim heutigen Empfang der Wohnungen sind die Käufer jedoch „von Unruhe erfüllt“. Bei fast 300 Wohneinheiten traten Risse in den Geschossdecken auf, meist durchgehende Risse. An bewässerten Rissstellen sog die Risszone das Wasser förmlich auf; von unten waren deutlich mehrere Wasserspuren sowie herabtropfende Wassertropfen zu erkennen. Der Beschwerdefall löste starke gesellschaftliche Reaktionen aus und führte dazu, dass die Wohnanlage bis heute nicht zum geplanten Termin übergeben wurde. Angesichts dessen präsentiert Zhongtian Jiujian in der Mikrovorlesungsreihe zum Qualitätsmonat den Beitrag„Ursachen der Rissbildung in Geschossdecken und vorbeugende Maßnahmen“, in dem Kenntnisse des Qualitätsmanagements vermittelt werden, um Qualitätsmängel bei Bauvorhaben zu vermeiden und die Produktqualität zu steigern.

Qualitätshinweis: Strikte Prozessführung, strenge Qualitätskontrolle
Bei Bauvorhaben gibt es viele Ursachen für Risse in Geschossdecken. Wir müssen während der Bauausführung rechtzeitig vorbeugende Maßnahmen ergreifen, um das Auftreten typischer Qualitätsmängel zu vermeiden.
1. Ursachen der Rissbildung in Geschossdecken
1.1 Tragwerksplanung nahe der Bemessungsgrenze
Die Planungsunternehmen führen die Tragwerksplanung der Geschossdecke im Grenzzustand durch, ohne die vielfältigen Faktoren der Bauumgebung hinreichend zu berücksichtigen.
1.2 Ausgangsstoffe
Bei den Ausgangsstoffen des Betons wird Zement mit vergleichsweise hoher Hydratationswärme gewählt, Zusatzmittel werden unsachgemäß eingesetzt und das Mischungsverhältnis ist unzweckmäßig ausgelegt.
1.3 Eigenmächtige Änderung des Wasser-Zement-Werts
Beim Einbau von Pumpbetonwird zur Arbeitserleichterung eigenmächtig Wasser zugegeben, um die Fließfähigkeit des Betons zu erhöhen und damit den Wasser-Zement-Wert zu verändern. Dadurch nimmt beim Erhärten des Betons das Schwindmaß zu, und das Tragwerk weist netzartige oder unregelmäßige Risse unterschiedlicher Länge auf.
1.4 Stützsystem nicht plankonform
Beim Schalungsstützsystem sind die horizontalen und vertikalen Verstrebungen unzweckmäßig angeordnet, sodass die Stützsteifigkeit unzureichend ist. Hat der Beton noch nicht eine bestimmte Festigkeit erreicht, so verstärken sich infolge der Belastung durch die Decken die Verformungen der Schalungsunterstützung, die Geschossdecke weicht übermäßig aus, und es entstehen Risse.
1.5 Größere Lageabweichungen der Bewehrung
An den Auflagernwird die Bewehrung gegen negative Biegemomentenicht wirksam fixiert; auch werden beim Betonieren keine begehbaren Laufstege angelegt, sodass sie von den Bauarbeitern häufig niedergetreten wird. Dadurch verringert sich die tatsächliche statische Nutzhöhe h0 der Geschossdecke; die Decke kann negative Biegemomente nicht mehr wirksam aufnehmen, ihre Fähigkeit zur Aufnahme äußerer Lasten nimmt ab, und es kommt leicht zu Rissen.

1.6 Kein Antirissgitter an den Leitungsbereichen
Bei den Leitungsrohren in der Ortbetondecke treten häufigKreuzungen auf. Da dort keine Antirissmaßnahmen ergriffen werden und der Betonquerschnitt an dieser Stelle zu stark geschwächt wird,neigt die Geschossdecke leicht zu Rissen entlang der eingebetteten Leitungsrohre.

1.7 Unzureichende Nachbehandlung
Wird die Betonoberfläche nach dem Einbringen und Verdichten nicht abgedeckt und die Bewässerung zur Nachbehandlung nicht rechtzeitig durchgeführt, verdunstet das an der Betonoberfläche frei verfügbare Wasser bei Wind und Sonneneinstrahlung zu schnell; der Zementhydratation fehlt dann die notwendige Feuchtigkeit, der Beton erleidet eine starke Volumenschwindung, und das Schwinden erzeugt Zugspannungen. Da die Frühfestigkeit des Betons zu diesem Zeitpunkt noch gering ist, kann er diesen Spannungen nicht widerstehen, und es entstehen Risse. Insbesondere bei hohen Temperaturen im Sommer – bei großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht – führt eine unsachgemäße Nachbehandlung leicht zu Temperaturrissen.

1.8 Zu frühe Belastung
Wird der Beton belastet, bevor er die festgelegte Festigkeit erreicht hat, kann dies zu Verformungen der Betongeschossdecke führen und Risse in der Decke verursachen.
1.9 Zu früher Abbau des Stützsystems
Bei dem zügig vorangetriebenen Bauablauf des Projekts wird keine ausreichende Anzahl von Stützsystemen bereitgestellt; der Beton hat die Ausschalbedingungen noch nicht erreicht, die Stützrohre werden jedoch zu früh abgebaut, sodass die Geschossdecken unterschiedlich stark durchbiegen und das Risiko von Rissen zunimmt.
2. Maßnahmen zur Vorbeugung von Rissen in Geschossdecken
2.1 Prüfung der Pläne
Bei der gemeinsamen Planprüfung sind die Pläne sorgfältig zu prüfen; liegen die Bemessungskennwerte der Geschossdecke (Plattendicke, Bewehrung) nahe am Grenzwert, ist rechtzeitig mit dem Planungsunternehmen Rücksprache zu halten und sind geeignete Maßnahmen zu ergreifen (z. B. Vergrößerung der Plattendicke, zweilagige zweiachsige Bewehrung usw.).
2.2 Strenge Kontrolle
Das Abnahmesystem für ankommenden Beton ist strikt einzuhalten: Bei jedem angelieferten Transportbeton ist das Setzmaß fahrzeugweise zu prüfen; Beton, der die Anforderungen nicht erfüllt, darf nicht verwendet werden. Das Zugeben von Wasser während des Transports und beim Einbau auf der Baustelle ist strengstens untersagt, damit das Mischungsverhältnis des Betons nicht unzulässig verändert wird; so wird die Qualität des eingebrachten und verdichteten Betons gesichert und der Entstehung von Rissen vorgebeugt.

2.3 Verbesserung der Verarbeitungstechnik
Die Fertigungs- und Montagetechnik der Schalung ist zu verbessern, damit sie eine ausreichende Festigkeit, Steifigkeit und Stabilität aufweist; die Abstände der Stützrohre und der Längsriegel sind streng nach der Planung auszuführen, sodass die Schalung die beim Bau auftretenden Lasten aufnehmen kann und Risse im Beton durch Biegeverformungen der Schalung vermieden werden. Beim Abbau der Stützungen sind die aus der Festigkeit des bereits betonierten Geschossdeckenbetons resultierende Tragfähigkeit sowie die Anforderungen an die tatsächliche Durchbiegung zu berücksichtigen.


2.4 Strikte Einhaltung der Betondeckung
Die Betondeckung der auf der Plattenoberseite zusätzlich verlegten Bewehrung ist streng zu kontrollieren: Für die untere Bewehrung sind spezielle Zement-Abstandshalter zu verwenden, und die obere Bewehrung gegen negative Biegemomente ist über durchgehende Bewehrungsböcke zu fixieren. Auf diese Weise wird die Betondeckung der Bewehrung wirksam eingehalten und verhindert, dass an den Auflagern die Bewehrung absinkt, die Betondeckung zu dick wird und Risse entstehen.


2.5 Vorverlegte Leitungsrohre
Die in der Geschossdecke vorverlegten Leitungsrohre sind zwischen oberer und unterer Bewehrung nahe derneutralen Achseanzuordnen und kreuzweise zur Bewehrung zu verlegen. Übereinander kreuzende Leitungen in drei oder mehr Lagen sind untersagt; zugleich sollte an den Leitungsstellen zusätzlich ein Antirissgitter zur Verstärkung eingebaut werden.


2.6 Betoneinbau
Vor dem Betonieren sind an den Hauptverkehrswegen begehbare Laufstege anzulegen, um ein Betreten der Bewehrung zu vermeiden; während des Betonierens sind Bewehrungsarbeiter einzusetzen, um nicht ordnungsgemäße Bereiche auszubessern, wobei vor allem die am stärksten beanspruchten Auflagerenden und rissgefährdeten Stellen besonders zu beachten sind. Der Betonierplan ist entsprechend der Tragwerksform des Bauwerks und demAbdeckbereich des Betonverteilersfestzulegen; die Arbeitsfugen der Geschossdecke sind im Bereich von 1/3 der Plattenstützweite anzuordnen und dürfen nicht beliebig gesetzt werden.


2.7 Kein Betreten, keine Materiallagerung
Bevor der Beton eine Festigkeit von 1,2 N/mm2 erreicht hat und innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach Abschluss des Betonierens dürfen die Decken nicht betreten, nicht mit Materialien belegt und nicht mit Schalungsstützen versehen werden.
2.8 Nachbehandlung des Betons
Nach Abschluss des Betonierens sind die großen Deckenflächen mit Kunststofffolie abzudecken und von fest eingeteiltem Personal nachzubehandeln; Anzahl und Dauer der Nachbehandlung müssen den Anforderungen der Vorschriften entsprechen. Bei heißem Sommerwetter sind Räume mit hoher Feuchtigkeit wie Badezimmer rechtzeitig mit Geotextil oder Baumwollfilz abzudecken und feucht nachzubehandeln; die Dauer der Feuchtnachbehandlung dieser Nassräume ist zu verlängern, um das Auftreten von Rissen wirksam zu verringern.




2.9 Nachstützen
Bei Geschossdecken über großen Räumen (Achsabstand ≥ 4,0 m), die die Ausschalbedingungen zwar bereits erreicht haben, deren Beton sich jedoch noch in der Festigkeitsentwicklung befindet, sind die Feldmitten rechtzeitig mit Stützrohren nachzustützen, um ungleichmäßige Durchbiegungen der großen Geschossdecken zu verhindern.

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